Deutsch-Niederländische Rechtsanwaltsvereinigung

Rückblick: 9. Niederländisch-Deutsches Rechtsanwaltssymposium

Konfliktlösung - viele Wege, ein Ziel

Am 14. September 2018 fand zum neunten Mal das Niederländisch-Deutsche Rechtsanwaltssymposium statt, dieses Mal im Museum Mauritshuis in Den Haag. Eminente Sprecher aus beiden Ländern boten den rund 90 Teilnehmern aus Deutschland und den Niederlanden Einblicke in die Praxis der gerichtlichen und außergerichtlichen Konfliktlösung im Zivilrecht.

Den inhaltlichen Auftakt machte Manfred Nan (De Kempenaer Advocaten) mit seinem hochinteressanten Vortrag zu Verfahren beim CAS in Lausanne und seiner Rolle als Schiedsrichter in diesem Institut, das vor allem wegen seiner Verfahren unter Beteiligung prominenter Spitzensportler, der FIFA, der UEFA oder des IOC bekannt ist. 

Daran schlossen sich Vorträge zur ordentlichen Zivilgerichtsbarkeit in Deutschland und in den Niederlanden an. Zunächst hielt Christian Tombrink, Richter im III. Senat des Bundesgerichtshofs, ein Plädoyer für den Weg zum Zivilrichter, dies mit der These, dass die ordentliche Zivilgerichtsbarkeit keine Konkurrenz von alternativen Konfliktlösungsmodellen zu fürchten braucht. Dass die Eingangszahlen bei den ordentlichen Gerichten rückläufig seien, habe andere Ursachen, so legte Tombrink dar.

Der in den Niederlanden sehr bekannte Richter Floris Bakels, heute senior rechter bei der Rechtbank Amsterdam und ehemals u.a. Richter beim Hoge Raad, stellte das Thema engagiert und auf sehr persönliche Weise aus niederländischer Sicht dar. Er rief deutlich dazu auf, dass der Staat eine funktionierende Judikative gewährleisten müsse, und dafür eine ausreichende Finanzierung und personale Ausstattung zur Verfügung zu stellen habe. 

Nach dem Mittagessen mit angeregten Gesprächen stand die (internationale) Schiedsgerichtsbarkeit im Mittelpunkt. In ihrer Duo-Präsentation stellten Susanne Gropp-Stadler (Lead Counsel Litigation bei Siemens AG) und Marnix Leijten (De Brauw Blackstone Westbroek), beide auch tätig bei der Schiedskommission der Internationalen Handelskammer ICC, lebhaft und aus praktischer Sicht die Vor- und Nachteile eines internationalen Schiedsgerichtsverfahrens, insbesondere bei der ICC, dar. Dabei wurde deutlich, dass gerade bei komplexen internationalen Streitigkeiten ein Schiedsgerichtsverfahren beim ICC sowohl qualitativ als auch verfahrenstechnisch erhebliche Vorteile bietet. Insbesondere Gropp-Stadler plauderte hierbei anregend "aus dem Nähkästchen eines großen Industriekonzerns mit weltweitem Engagement". 

Anschließend richtete sich das Augenmerk auf die Mediation. Hier hatten VorsRi’in LG Dr. Kathrin Höcherl, (Landgericht Osnabrück) und Bart Neervoort (Medarba Mediation) das Podium. Dass die Mediation beim LG Osnabrück inzwischen eine feste Institution ist, wurde im Vortrag der erfahrenen Mediatorin Dr. Höcherl zur gerichtlich initiierten Mediation überdeutlich. Bart Neervoort, der nach vielen Jahren  in der Anwaltschaft seine Robe an den Nagel gehängt hat und jetzt nur noch Wirtschaftsmediation betreibt, machte in seinem lebendigen Vortrag deutlich, dass  es in der Mediation vor allen Dingen auch um Vertrauen, Empathie und die Fähigkeit, zuzuhören geht. Beiden Sprechern gelang es, mit Praxisbeispielen gutdeutlich zu machen, dass Mediation eine sehr geeignete Weise ist, Streitigkeiten schnell und mit überschaubaren Kosten zu lösen.

Das Symposium wurde mit einer Podiumsdiskussion unter der Leitung von Regine Nuckel (Vorstand DNRV) abgeschlossen. Dabei hatten alle Teilnehmer noch ausreichend Gelegenheit, den Sprechern Fragen zu stellen und sie mit den Thesen anderer Sprecher zu konfrontieren.

Das Symposium fand zum ersten Mal in Den Haag statt. Das Mauritshuis, direkt gelegen neben dem Parlament und dem Zentrum der Regierungsmacht in den Niederlanden, und mit Aussicht auf das ‚Türmchen‘, das Arbeitszimmer des Ministerpräsidenten, bot eine prächtige Entourage für diesen Tag. Vor dem inhaltlichen Teil des Symposiums hatten die Teilnehmer noch Gelegenheit zu einer privaten Führung durch die besondere Kollektion alter Meister im Mauritshuis.  

Der Abend mit Empfang und Dinner in den klassischen Sälen des Spaansche Hof bot den Teilnehmern in festlicher Atmosphäre noch Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch mit Kollegen und Sprechern.  

Soweit die Sprecher Präsentationen zur Verfügung gestellt haben, finden Sie diese hier:

Der-deutsche-Zivilprozess---alternativlos-----Vortrag-RiBGH-Tombrink
The-Court-of-Arbitration-for-Sport-CAS---M.-Nan
Arbitrage----Schiedsgerichtsbarkeit---S.-Gropp-Stadler-M.-Leijten
Mediation---wondermiddel-of-placebo---B.-Neervoort 

Rückblick: 9. Niederländisch-Deutsches Rechtsanwaltssymposium

Konfliktlösung - viele Wege, ein Ziel

Am 14. September 2018 fand zum neunten Mal das Niederländisch-Deutsche Rechtsanwaltssymposium statt, dieses Mal im Museum Mauritshuis in Den Haag. Eminente Sprecher aus beiden Ländern boten den rund 90 Teilnehmern aus Deutschland und den Niederlanden Einblicke in die Praxis der gerichtlichen und außergerichtlichen Konfliktlösung im Zivilrecht.

Den inhaltlichen Auftakt machte Manfred Nan (De Kempenaer Advocaten) mit seinem hochinteressanten Vortrag zu Verfahren beim CAS in Lausanne und seiner Rolle als Schiedsrichter in diesem Institut, das vor allem wegen seiner Verfahren unter Beteiligung prominenter Spitzensportler, der FIFA, der UEFA oder des IOC bekannt ist. 

Daran schlossen sich Vorträge zur ordentlichen Zivilgerichtsbarkeit in Deutschland und in den Niederlanden an. Zunächst hielt Christian Tombrink, Richter im III. Senat des Bundesgerichtshofs, ein Plädoyer für den Weg zum Zivilrichter, dies mit der These, dass die ordentliche Zivilgerichtsbarkeit keine Konkurrenz von alternativen Konfliktlösungsmodellen zu fürchten braucht. Dass die Eingangszahlen bei den ordentlichen Gerichten rückläufig seien, habe andere Ursachen, so legte Tombrink dar.

Der in den Niederlanden sehr bekannte Richter Floris Bakels, heute senior rechter bei der Rechtbank Amsterdam und ehemals u.a. Richter beim Hoge Raad, stellte das Thema engagiert und auf sehr persönliche Weise aus niederländischer Sicht dar. Er rief deutlich dazu auf, dass der Staat eine funktionierende Judikative gewährleisten müsse, und dafür eine ausreichende Finanzierung und personale Ausstattung zur Verfügung zu stellen habe. 

Nach dem Mittagessen mit angeregten Gesprächen stand die (internationale) Schiedsgerichtsbarkeit im Mittelpunkt. In ihrer Duo-Präsentation stellten Susanne Gropp-Stadler (Lead Counsel Litigation bei Siemens AG) und Marnix Leijten (De Brauw Blackstone Westbroek), beide auch tätig bei der Schiedskommission der Internationalen Handelskammer ICC, lebhaft und aus praktischer Sicht die Vor- und Nachteile eines internationalen Schiedsgerichtsverfahrens, insbesondere bei der ICC, dar. Dabei wurde deutlich, dass gerade bei komplexen internationalen Streitigkeiten ein Schiedsgerichtsverfahren beim ICC sowohl qualitativ als auch verfahrenstechnisch erhebliche Vorteile bietet. Insbesondere Gropp-Stadler plauderte hierbei anregend "aus dem Nähkästchen eines großen Industriekonzerns mit weltweitem Engagement". 

Anschließend richtete sich das Augenmerk auf die Mediation. Hier hatten VorsRi’in LG Dr. Kathrin Höcherl, (Landgericht Osnabrück) und Bart Neervoort (Medarba Mediation) das Podium. Dass die Mediation beim LG Osnabrück inzwischen eine feste Institution ist, wurde im Vortrag der erfahrenen Mediatorin Dr. Höcherl zur gerichtlich initiierten Mediation überdeutlich. Bart Neervoort, der nach vielen Jahren  in der Anwaltschaft seine Robe an den Nagel gehängt hat und jetzt nur noch Wirtschaftsmediation betreibt, machte in seinem lebendigen Vortrag deutlich, dass  es in der Mediation vor allen Dingen auch um Vertrauen, Empathie und die Fähigkeit, zuzuhören geht. Beiden Sprechern gelang es, mit Praxisbeispielen gutdeutlich zu machen, dass Mediation eine sehr geeignete Weise ist, Streitigkeiten schnell und mit überschaubaren Kosten zu lösen.

Das Symposium wurde mit einer Podiumsdiskussion unter der Leitung von Regine Nuckel (Vorstand DNRV) abgeschlossen. Dabei hatten alle Teilnehmer noch ausreichend Gelegenheit, den Sprechern Fragen zu stellen und sie mit den Thesen anderer Sprecher zu konfrontieren.

Das Symposium fand zum ersten Mal in Den Haag statt. Das Mauritshuis, direkt gelegen neben dem Parlament und dem Zentrum der Regierungsmacht in den Niederlanden, und mit Aussicht auf das ‚Türmchen‘, das Arbeitszimmer des Ministerpräsidenten, bot eine prächtige Entourage für diesen Tag. Vor dem inhaltlichen Teil des Symposiums hatten die Teilnehmer noch Gelegenheit zu einer privaten Führung durch die besondere Kollektion alter Meister im Mauritshuis.  

Der Abend mit Empfang und Dinner in den klassischen Sälen des Spaansche Hof bot den Teilnehmern in festlicher Atmosphäre noch Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch mit Kollegen und Sprechern.  

Soweit die Sprecher Präsentationen zur Verfügung gestellt haben, finden Sie diese hier:

Der-deutsche-Zivilprozess---alternativlos-----Vortrag-RiBGH-Tombrink
The-Court-of-Arbitration-for-Sport-CAS---M.-Nan
Arbitrage----Schiedsgerichtsbarkeit---S.-Gropp-Stadler-M.-Leijten
Mediation---wondermiddel-of-placebo---B.-Neervoort 

Alle zwei Jahre sind wir Mitorganisator des Deutsch-Niederländischen Anwaltssymposiums.  Das Deutsch-Niederländische Anwaltssymposium ist eine hochkarätige Konferenz zu aktuellen Themen aus dem deutsch-niederländischen Rechtsverkehr. Das 8.  Symposium fand im November 2015 in Köln zum Thema „Recht 4.0 – The Cloud and beyond“ statt. 

Das Symposium organisieren wir gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Internationales Wirtschaftsrecht im Deutschen Anwaltverein.